Füchse: Nach Sieg gegen Aarhus – folgt jetzt das Duell gegen Magdeburg

Stresstest für die Füchse. Innerhalb von fünf Tagen hält der Terminkalender zwei Spitzenspiele bereit. Die erste Aufgabe wurde bravourös gemeistert. In der European League schlugen sie Skanderborg Aarhus mit 30:24. Die Dänen hatten wie die Berliner die ersten vier Gruppenspiele in diesem Wettbewerb gewonnen.

Vom Anpfiff weg entwickelte sich bei wechselnder Führung ein ausgeglichenes Spiel zwischen dem Bundesliga-Spitzenreiter und dem Fünften der ersten dänischen Division. Bei den Gastgebern setzte zunächst Mijajlo Marsenic die Akzente. Drei der ersten vier Treffer konnte der 2,03 große Kreisriese erzielen, der zuletzt in der Bundesliga nicht so erfolgreich gewesen war. Andere hatten nicht so ein „glückliches Händchen. Hans Lindberg und Milos Vujovic vergaben jeweils vom Sieben-Meter-Punkt.

Mit der Einwechslung von Paul Drux kamen dann Druck und Kreativität ins Spiel. Der Mannschaftskapitän warf auch den ersten zwei-Tore-Vorsprung heraus – 10:8 (20.) Dieses Plus verteidigten die Berliner auch bis zur Pause (15:13). Auch in der zweiten Hälfte schenkten sich beide Teams nichts. Bei den Gästen stand Rechtsaußen Hákun West im Blickpunkt. Der 20-jährige Färinger, eines der größten Talente des europäischen Handballs, wird im nächsten Jahr zu den Füchsen wechseln. Diesmal warf er noch vier Tore gegen seinen künftigen Verein. Die für Skanderborg jedoch ebenso wenig zum Sieg reichten, wie die zehn Treffer seines Teamkollegen Morten Balling Christensen. Der 35-Jährige war damit der erfolgreichsten Werfer des Abends. Dank eines starken Schlussspurts in den letzten zehn Minuten gewannen die Gastgeber mit 30:24 und verteidigten somit ihre Tabellenführung in der European League. Am nächsten Dienstag steht das Rückspiel in Aarhus an. Zuvor am Sonntag, 11. Dezember (14 Uhr) empfangen die Füchse in der Bundesliga den Deutschen Meister SC Magdeburg zum Duell.

Für die Füchse erfolgreich: Wiede 2, Darj 2, Holm 5, Lindberg 1, Lichtlein 3, Ende 1, Vujovic 7, Marsenic 6, Drux 3

Herbert Schalling

Zwei Punkte zum zweiten Advent

BBSC Berlin – SC Union Emlichheim  3:2 (23, 23, -14, -21, 18)

Schweres hatten die Damen des BBSC in der 2. Volleyball Bundesliga Nord im Gepäck, als sie am gestrigen Sonntag im heimischen Köpenick den SC Union Emlichheim empfingen. In der Vorwoche hatten die Berlinerinnen um Trainer Jens Tietböhl in Stralsund nicht glänzen können, teilweise desolate Leistung gezeigt. Zu Hause sollten nun wieder Punkte her. Punkten wollte der BBSC beim eigenen Publikum und natürlich auch für die Tabelle.

Die ersten zwei Sätze des Spieles dominierten die Berlinerinnen als aktuelle Tabellendritte dann auch. Am Ende beider Sätze stand mit 25:23 ein knappes Ergebnis, die gezeigten Leistungen auf dem Feld konnten aber überzeugen und nichts deutete ernsthaft darauf hin, dass die Gäste aus Emlichheim um Kapitänin Lona Volkers hier nochmal ernsthaft ins Spiel kommen könnten. Genau das taten diese aber dann eben genauso überzeugend. Das Köpenicker Publikum musste sich – nicht zum ersten Mal in dieser Saison – die Augen reiben und miterleben, wie die heimische Mannschaft den dritten Satz mit 14:25 hergab. Aufschlagfehler, Abstimmungsschwierigkeiten und immer wieder Probleme im Abschluss sorgten also dafür, dass der Nachmittag länger und die Gäste selbstbewusster wurden.

Nach dem aus Berliner Sicht unnötigen dritten Satz witterten die mitgereisten Emlichheimer Fans Morgenluft und durften langsam wieder glauben, dass eventuell eben doch ihr Team hier heute zumindest zwei Punkte für die Tabelle mit nach Hause nehmen würde. Denn auch den vierten Satz entschieden die Gäste für sich (21:25) und konnten den BBSC damit in den ungeliebten Tiebreak zwingen. Beide Mannschaften lieferten sich einen spannenden Entscheidungssatz und wer bis dato sicher war, dass beim Volleyball im Tiebreak bei 15 Punkten Schluss sei, sah sich belehrt. Wehrten sich die Gäste ab 14:13 gegen zwei Matchbälle, überließen sie diese Rolle bei 15:16 dann der Heimmannschaft. Und da hielt es eben keinen in der Halle mehr auf seinem Sitzplatz. Erst bei 20:18 konnten die Berliner Mädels um Kapitänin Katharina Kummer endlich befreit jubeln. Platt waren sie. Aber glücklich. Über ein begeisterndes, spannendes Spiel mit dem glücklicheren Ende für sie und über zwei Punkte für die Tabelle, die dafür sorgten, dass der BBSC seinen dritten Platz in der 2. Bundesliga verteidigen konnte.

Berlins Trainer Jens Tietböhl zollte seiner Mannschaft ein Kompliment: „Das Spiel hat unserer Mannschaft kämpferisch und emotional alles abverlangt, und dem Team ist es gut gelungen, sich nach den verlorenen Sätzen wieder in das Spiel zu beamen – und das gegen eine wirklich gute Emlichheimer Mannschaft.“

Als MVP des Spieles wurden Malin Arens auf Seiten Emlichheims und Annika Kummer auf der Siegerseite ausgezeichnet.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Natalie Sabrowske, Paula Morgenroth, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Josepha Bock, Annalena Grätz, Annika Kummer, Antonia Heinze, Katharina Haferkamp, Angelina Meyer, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche

Burkhard Kroll

Eisbärenkrise spitzt sich zu – Heimniederlage gegen Straubing

Für die Eisbären, für den amtierenden Meister, läuft es in der aktuellen Saison überhaupt nicht. Zuletzt kassierten sie eine derbe Schlappe in Schwenningen. Nur 48 Stunden später traten sie in der heimischen Arena gegen die Straubing Tigers an. Es war das insgesamt 35 Heimspiel gegen Straubing, von denen bisher lediglich 10 verloren gingen. Ein Lieblingsgegner der Eisbären könnte man sagen, zumindest bis hierhin.

Das Anfangsdrittel war seitens der Eisbären mit Vorsicht gezeichnet. Bloß nicht als erster ein Tor kassieren. So verging das erste Drittel, in dem die Gäste etwas mehr vom Spiel hatten. Etwas Zählbares kam nicht zustande, die Strafbänke blieben leer.

Im Mittelabschnitt änderte sich das Bild. Die Eisbären verstärkten ihre Angriffsbemühungen, riskierten etwas mehr. Trotzdem erzielten die Gäste den ersten Treffer im Spiel, erzielt von ihrer 4. Sturmreihe. Der Torschütze war Travis St. Denis. Die ersten Strafen im Spiel kassierten die Gäste und das kurz hintereinander. Fünf Eisbären erzielten gegen drei Straubinger den Ausgleich. Die Führung für Straubing hielt etwa Minuten. Kevin Clark war der Torschütze, vorbereitet hatten Matt White und Marcel Noebels.

Kurz vor der letzten Drittelsirene lieferten sich Eisbär Marco Nowak und Straubings Yannik Valenti einen Faustkampf, vorangegangen war ein Kniecheck von Nowak. Für ihn war das Spiel beendet, St. Denis durfte nach 7 Minuten in der Kühlbox wieder mitwirken.

Die Statistik nach zwei gespielten Dritteln sprach für die Gäste. Juho Markkanen, der junge Eisbären Goalie konnte 27 Schüsse halten, sein Gegenüber, Florian Bugl brauchte nur 17 zu halten.

Der Schlussabschnitt begann mit einem 4 gegen 4 und nach zwei Minuten waren die Gäste in Überzahl und gingen erneut in Führung durch Ex-Eisbär Parker Tuomie. Sie liefen wieder einem Rückstand hinterher. Der Blick zur Uhr wurde häufiger und banger. Die Crunchtime rückte näher und die Eisbären kämpften, lautstark gefordert von den 9.716 Fans am Freitagabend in der Arena. Die Spieluhr zählte bereits die letzten drei regulären Spielminuten herunter und der Ausgleich war immer noch nicht gefallen. Der Goalie ging vom Eis, Auszeit und nichts. Die Eisbären kassieren eine weitere Niederlage.

Straubing Trainer Tom Pokel sprach von der bisher besten Saisonleistung seiner Mannschaft, während Serge Aubin eine Niederlage zu erklären hatte. Mit der Defensivleistung seiner Mannschaft war er nicht unzufrieden. Er weiß natürlich, dass die Trainerdiskussion lauter werden wird. Aktuell steht er wohl nicht zur Disposition. Am zweiten Adventssonntag müssen die Eisbären beim Aufsteiger in Frankfurt ran. Begleitet werden sie von 1.500 Fans, die per Sonderzug anreisen werden.

Hans-Peter Becker

DEL 26. Spieltag

02.12.2022 19:30 Uhr MB-Arena Berlin

EHC Eisbären Berlin – Straubing Tigers 1:2 (0:0/1:1/0:1)

Aus, Aus Deutschland ist raus!

Aus, Aus das Spiel ist aus – mit diesen Worten kommentierte Herbert Zimmermann 1954 den Gewinn des 1. Weltmeistertitels für Deutschland. Heute bedeuten diese Worte, dass Deutschland erneut, bereits nach der Vorrunde die Heimreise antreten wird. Es sah nach einer machbaren Gruppe aus. Nun gut, Spanien war leicht favorisiert, aber Japan und Costa Rica höchstens auf Augenhöhe.

Dass es wieder nicht funktioniert hat, wirft viele Fragen auf. Unser Chefredakteur sprach von Dummheit im ersten Spiel gegen Japan. Die Mannschaft geht in Führung und dann kommt unweigerlich ein Einbruch, eine Einladung an den Gegner, für euch ist noch was drin. Beides waren Kontrahenten, die zu packen waren. Costa Rica wurde ja geschlagen, trotzdem reichten vier Punkte nicht, weil Spanien seine Hausaufgaben besser löste und sattes Torepolster anlegte. Der zweite Treffer der Japaner war umstritten und wird wohl, wie einst das Wembley-Tor bis in alle Ewigkeiten diskutiert werden. Egal, jetzt muss schonungslos alles auf den Prüfstand. Welche Fehler wurden gemacht und welche Potenziale nicht ausgeschöpft? Ex-Bundestrainer Berti Vogts meinte, da war keine Mannschaft auf dem Platz, jeder wollte nur für sich glänzen. Vielleicht, so meinte Christian Zschiedrich in einem Gespräch, hat die Nationalmannschaft bei den hoch bezahlten Profis nicht mehr den Stellenwert wie früher.

Hans-Peter Becker

Berliner AK 07 mit Fragezeichen

Ganz oben in der Regionalliga Nordost sich zu behaupten, scheint gar nicht so leicht zu sein. Die Berliner haben ihre Führungsposition nach dem 14. Spieltag an Rot-Weiß Erfurt abgeben müssen. Allerdings nur deshalb, weil die Begegnung am Samstag, 26.11.2022, nicht stattfinden konnte und am Mittwoch, 30.11.2022, zu der Zeit, in der ich diese Zeilen zu schreiben begann, nachgeholt wird. Gewinnen die Berliner gegen den 1. FC Lok Leipzig, sind sie wieder Tabellenführer, einen Punkt besser als der überraschende Aufsteiger aus Thüringen. Überraschend deshalb, den Erfurtern hatte zu Saisonbeginn diese Leistung kaum einer zugetraut. Nach 14 Spiele gleich 30 Punkte und 34:11 Tore, das ist höchst erstaunlich, auch der 6:2-Sieg zuletzt gegen Babelsberg 03.

Vergleichsweise dazu schwächeln die Berliner. Zum 13. Spieltag 0:3 gegen Carl Zeiss Jena mit neuem Trainer recht deutlich verloren, und davor setzten sie das Heimspiel des 12. Spieltages gegen Chemnitz mit 2:4 in den Sand. Torlos 0:0 endete die Partie am 11. Spieltag gegen Babelsberg 03. Von den neun möglichen Punkten waren es zuletzt nur ein einziger. Zuvor war eitel Sonnenschein in Moabit. Die Berliner Athleten führten nach dem 10. Spieltag die Tabelle mit sechs Punkten Vorsprung an, 27 Punkte, 22:3 Tore. Nach dem Babelsberg-Spiel waren es noch 5 Punkte Vorsprung. Der BAK bereitete uns bislang also viel Freude. Bevor wir vom heutigen Ergebnis berichten, blicken wir aus Berliner Sicht auf die weiteren (Miss-) Erfolge:

Das Berlin-Derby gewann mit 1:0 Viktoria 89 bei Lichtenberg 47. Altglienicke, aktuell nach dem BAK zweitbester Berliner Club in der Regionalliga, Tabellen-Siebenter, verlor 2:3 das Heimspiel gegen den Greifswalder FC. Der BFC Dynamo, Tabellen-Zehnter, erkämpfte sich ein 1:1 bei Chemie Leipzig. Hertha BSC II rutschte mit der 1:2-Niederlage in Meuselwitz auf Platz 11. Auswärts in Luckenwalde holte sich Schlusslicht Tennis Borussia die nächste Niederlage ab, 1:3, vergrößerte damit den Abstand zu den weniger gefährdeten Relegationsplätzen auf bedenkliche 10 Punkte. TeBe verstärkte nicht die Mannschaft, holte sich dafür Sportdirektor Benjamin Borth. Er war bei BAK 07 ausgeschieden. Die Luckenwalder (16.) holten sich gegen die Borussen den ersten Sieg in dieser Saison.

Erwähnenswert der Positionswechsel zwischen Viktoria 89 und Lichtenberg 47. Viktoria steht nunmehr aktuell auf Platz 14, einen Punkt über dem Relegationsplatz. Lichtenberg einen Punkt unterm Strich mit 13 Punkten und 13:28 Toren. Bereits am Freitag heißt es um 19 Uhr, Tennis Borussia – Lichtenberg 47 und FC Viktoria 89 – gegen die einen Punkt besser rangierenden Meuselwitzern. Am Samstag, 3.12. beschert die Ansetzung zwei Berlin Derbys um 13 Uhr, im Sportforum BFC Dynamo – VSG Altglienicke und im Amateurstadion Hertha BSC II – Berliner AK 07.

Was geschieht aktuell im Poststadion im Nachholspiel gegen den 1. FC Lok Leipzig? Anstoß 19 Uhr.

Der BAK verliert dramatisch in der Nachspielzeit mit 1:2 und rutscht in der Tabelle weiter ab. Im Poststadion waren 519 Zuschauer zugegen.

Christian Zschiedrich

Die Wasserfreunde Spandau 04 auf der Suche nach der Wahrheit

Der zweite Spieltag in der Hauptrundengruppe B der Champions League soll für die Wasserfreunde Spandau 04 so etwas wie die Stunde der Wahrheit werden. Beim Auswärtsspiel gegen CN Astralpool Sabadell nahe Barcelona treffen am Mittwoch zwei Teams aufeinander, die die ersten Punkte in der neuen Saison gewinnen möchten. Spandau 04 erzielte daheim in der Schwimmhalle Schöneberg gegen CL-Vorjahres-Vize Novi Beograd (Serbien) coronageschwächt mit mehreren fehlenden Stammspielern ein 5:16, Sabadell verlor zu Hause gegen FTC Telekom Budapest mit 7:10. Wer die Partie am Mittwoch verliert, ist damit bei 14 Spieltagen zwar noch nicht aus dem Rennen um die vier Top-Plätze der Gruppe und das Weiterkommen in die K.o.-Phase, aber doch bereits mit einem deutlichen Handicap versehen.

Spandaus Rekonvaleszenten sind inzwischen gesundheitlich weitgehend wiederhergestellt und haben am vergangenen Sonntag beim 4. Bundesliga-Spieltag in Potsdam gegen die „Orcas“ vom OSC die Generalprobe für den Spanien-Trip mit 19:4 (4:0,3:2,6:0,6:2) gewonnen. Die Wasserfreunde führen damit, dank des beeindruckenden Torverhältnisses von 99:16 mit 8:0 Punkten, vor dem ebenfalls minuszählerfreien ASC Duisburg (8:0) die Tabelle an.

Im Duell mit Potsdam erzielte Bilal Gbadamassi 3:19 Minuten vor dem Ende den 19. Spandauer Treffer. Ein 20., der den 100. in nur vier Spielen bedeutet hätte, wollte dann aber nicht mehr fallen.

Im Spiel konnte das Team von Trainer Athanasios Kechagias mit seiner aktuell breiten Besetzung mit vielen Leistungsträgern erneut beweisen, dass die Akteure schwer auszurechnen sind. Neun der elf eingesetzten Spieler erzielten Tore. Vorneweg Mateo Cuk (4), gefolgt von Gbadamassi, Andrei Prioteasa (je 3), Denis Strelezkij, Zoran Bozic, Dmitri Kholod (je 2) sowie Marek Tkac, Yannek Chiru und Marin Retovic (je 1).

Diese Variabilität und die individuellen Möglichkeiten des Berliner Teams müssen auch während ihres Auftritts in Katalonien zum Tragen kommen, um siegreich die Heimreise antreten zu können.

Über die aktuelle Stärke des spanischen Wasserballs müssen nicht viele Worte verloren werden: Das Team hat 2022 den LEN Euro Cup gewonnen. In der Champions League warenS pandau und Sabadell 2017/18 bereits einmal Gruppen-Gegner. Die Wasserfreunde gewannen am 8. November 2017 daheim mit 11:8, am 29. April 2018 gewannen sie in Spanien 11:9. Im Verlaufe des Wettbewerbs erreichten die 04er sogar das Final 8 des Königswettbewerbs in Genua. Wenn das keine Motivation ist!

Quelle: Peter Röhle/Wasserfreunde Spandau 04

BBSC ohne Chance gegen Aufstiegsaspirant

Stralsunder Wildcats – BBSC Berlin         3:0 (10, 18, 21)

Mit einer klaren Niederlage im Gepäck kehrte der BBSC Berlin vom Samstagausflug an den Strelasund zurück.

Berlins Ex-Trainer und jetziger Stralsunder Trainer Robert Hinz kannte den gestrigen Gegner sehr genau – die Bewegungs- und Schlagabläufe waren ihm nach 3 Jahren Trainertätigkeit für den BBSC bestens bekannt. Zusammen mit aktuellem Scouting waren für die Wildcats die besten Voraussetzungen gesetzt, sich gegen die Gäste durchzusetzen. Von der 1. Minute an diktierten die Stralsunder das Spiel und setzten wie erwartet über die mehr als 300fache Nationalspielerin Kathleen Weiß die Akzente im Zuspiel, während die Kanadierin Erin Corbett im Zusammenspiel mit Madleen Piest und der wie immer kraftvollen und zugleich technisch versierten Anne Krohn mit viel Übersicht dem BBSC die Punkte auf das Parkett hämmerte.

Der BBSC – angetreten mit nur einer etatmäßigen Mittelblockerin – setzte seine gute Abwehr und Annahme dagegen, auch das Aufschlagspiel war stabil. „Aber unsere Angriffsleistung ist derzeit nicht gut genug, um vorne mitmischen zu können. Wir brauchen viel zu viele Versuche, um den Ball auf den Boden zu bringen“ analysierte Berlins Trainer Jens Tietböhl. „Am nächsten Sonntag um 15:00 Uhr in der Hämmerlinghalle gegen Emlichheim werden uns voraussichtlich wieder mehr personelle Alternativen zur Verfügung stehen.“

Zur Berliner MVP wählte der Stralsunder Trainer Libera Annika Kummer.

Für den BBSC im Einsatz: Isabel Böttcher, Natalie Sabrowske, Angelina Meyer, Katharina Kummer, Roxana Vogel, Annalena Grätz, Annika Kummer, Katharina Haferkamp, Antonia Lutz, Alina Gottlebe-Fröhlich, Priscilla Gatzsche, Stephanie Utz

Burkhard Kroll

Eisbären holen nur einen Punkt gegen Nürnberg

Die Eisbären haben mit der Partie gegen die Nürnberg Ice-Tigers 22 von 56 Hauptrundenspiele absolviert. Die Erwartungen der Fans wurden bisher enttäuscht. Das Ziel, Play-off Teilnahme haben sie trotzdem nicht aus den Augen verloren. In Mannheim lieferten sie eine starke kämpferische Leistung ab und belohnten sich mit zwei Punkten. Im folgenden Heimspiel war eine Fortsetzung erwünscht.

Das Spiel begann ganz nach dem Geschmack der Eisbärenfans. Bereits nach vier Minuten brachte Kevin Clark die Eisbären in Führung. Es war ein Überzahltor. Nürnberg Kapitän Patrick Reimer brummte wegen einer Behinderung auf der Strafbank. Ein Doppelschlag in der 9. und 10. Minute brachte die Gäste in Front. Ex-Eisbär Blake Parlett platzierte den Puck über der Fanghand von Juho Markkanen und Shaw Hayden traf zum 2:1 aus ähnlicher Position. Beide Schüsse waren hart und platziert, gewissermaßen unter das Tordach gezimmert. Waren sie haltbar? Nach Ansicht der Fernsehbilder, eher nicht. Trotzdem dürften die Diskussionen über die beiden jungen Goalies weitergehen. Diesem Rückstand liefen die Eisbären bis zur 36. Minute hinterher. Erneut war es ein Tor in Überzahl, vollenden konnte Marcel Noebels. In der 38. Minute hätte Clark das Spiel erneut drehen können, er traf nur das Torgestänge.

Mit einem Paristand ging es in das Schlussdrittel. Es blieb spannend, bis in die Schlussphase, mit Torchancen auf beiden Seiten. Die beiden Torhüter konnten sich einige Male auszeichnen. Spielerisch blieb zwar einiges auf der Strecke, das ist angesichts der Tabellensituation beider Teams nicht verwunderlich. Mit Siegen in Richtung Playoff-Zone, aber erst einmal raus aus dem Tabellenkeller.

In der 52. Minute hätte Giovanni Fiore für die Vorentscheidung sorgen können. Er scheiterte nach Alleingang an Leon Hungerecker. Es wäre ein Unterzahl-Tor gewesen. Die letzten zwei regulären Spielminuten wurden angesagt und die Entscheidung war vor 10.730 Zuschauern immer noch nicht gefallen. Es ging in die Verlängerung.

Das Spiel 3 gegen 3, viel Platz auf dem Eis, einige Torchancen, aber nichts Zählbares. Das Duell Torhüter gegen Stürmer entschieden die Nürnberger für sich.

Bereits am Sonntag, 27.11. geht es weiter, zu Gast in der Arena ist Düsseldorf. Jetzt müssen Siege her, möglichst mit 3 Punkten. Nach unten schauen wollen sie nicht im Lager der Eisbären. Das Ziel, Erreichen der Play-offs, haben sie noch nicht aufgegeben und das Wort Abstieg ist tabu. Das bestätigte nach dem Spiel auch Eisbären-Verteidiger Marco Nowak.

Hans-Peter Becker

Japan besiegt die Dummheit im deutschen Team

Da nützen keine schönen Worte, um es deutlich beim Namen zu nennen, geradezu haarsträubend dumm offenbarte sich das deutsche Team gegen Japan in den entscheidenden letzten 20 Minuten. Anstatt sich selbst hochzujubeln „wir haben einen Kader voller guter Talente“, sollten die Aktiven realistisch, voller Demut nach Spanien schauen, wie ihre Talente effektiv und leidenschaftlich auftrumpfen und zu Werke gehen. Dem Spielverlauf nach begründe ich meine Kritik, ein Spiel aus den Händen zu geben, das nach eigenen Aussagen und Erfahrungen das wichtigste bei dieser Weltmeisterschaft ist. Die Mannschaft wusste, worum es zum Auftakt gegen Japan geht und war entsprechend darauf vorbereitet. Sie ist nicht reif für einen so herbeigesehnten Erfolg. Letztendlich dürfen da auch keine Ausreden zählen.

Trotz Führung verlor die deutsche Elf, wie 2018 gegen Mexiko, auch bei der WM 2022 im Khalifa International Stadion ihr erstes Spiel. Maeda erzielte das erste Tor (8.) für Japan. Zum Glück galt es wegen Abseits nicht. Danach kam überhaupt nichts mehr im ersten Durchgang von den Japanern. Total enttäuschend, defensiv eingestellt, zogen sich die Blauhemden zurück und brachten nach vorn keine einzige Deutschland gefährdende Aktion zustande. Deutschland dominierte, hatte das Geschehen fest im Griff, selbst der für Kehrer nominierte Verteidiger Schlotterbeck wurde zusehends sicherer.

Deutschland erspielte sich zahlreiche Torchancen und belohnte sich endlich in der 33. Minute. Gündogan verwandelte einen Foulelfmeter zum 1:0. In der Luft lag wiederholt das 2:0. Häufig vergebene Chancen werden irgendwann bestraft. Die Volksweisheit kennt jeder Nationalspieler. Trotz der eindeutigen Dominanz und einer Nachspielzeit von 4 Minuten schaffte Deutschland es nicht, nachzulegen. Dass Kai Havertz einmal den Bann brach und einen Treffer kurz vor der Halbzeit erzielte, war symptomatisch. Leider zählte das Tor infolge Abseits nicht, Halbzeit 1:0.

Chefredakteur Christian Zschiedrich

Etwas mutiger begannen die Japaner den zweiten Durchgang, taten sich offensiv aber immer noch schwer. Deutschland dominierte weiterhin, 83 % Ballbesitz. Japan verteidigte mit Mann und Maus und schloss sehr geschickt Lücken. Thomas Müller war derjenige, der hin und wieder Freiräume mit Laufarbeit für seine Mitspieler schaffte. Und richtig gefährlich wurde es immer, wenn Musiala in den Strafraum eindrang, dazu in der Lage war, Gegenspieler auszutricksen. Eine Stunde lang ließ Deutschland viele Chancen liegen. Es hatte dann den Anschein, als merkte das Team gar nicht, dass Japan taktisch umbaute, offensive Kräfte einwechselte, ohne etwa die Abwehr zu vernachlässigen. Imponierend war dabei ihr Konterspiel.

Deutschland kassierte in der 75. Minute den Ausgleich durch den vier Minuten vorher eingewechselten Freiburger Ritsu Doan. Die japanischen Wechsel „saßen“, die der Deutschen nicht. Kein Vorwurf, wenn ein Trainer nach einer Stunde frische Kräfte ins Match schickt. Die Frage muss erlaubt sein, ist es erforderlich, wenn die Mannschaft führt und dominiert. Im Vorfeld hieß es, die Spieler seien topfit. Fest steht, es gab einen Bruch im Spiel der Deutschen. Plötzlich griff Japan vehement an, sogar mehr denn je nach dem Ausgleich.

Mir fiel auf, wenn Deutschland in Ballbesitz gelangte, alle verteidigten. Da war kein Durchkommen und da waren keine Räume in der geschlossenen Verteidigung. Ich staunte, wie alle zurück sprinteten und wieder weite Wege nach vorn liefen. Wiederholt versammelten sie sich im und um den eigenen Strafraum, wenn in der eigenen Abwehr Schwachpunkte erkannt wurden. Ich hätte verstanden, den schläfrigen Süle und dazu Schlotterbeck auszuwechseln. Ich hätte nie Musiala und Müller rausgenommen. Bezeichnend, die 83. Minute, der Bochumer Takuma Asano lief Schlotterbeck mit einem langen Ball am rechten Flügel davon und erzielte aus spitzem Winkel den Siegtreffer für Japan.

Nicht allen war aufgefallen, weshalb Schlotterbeck den Kürzeren zog. Schlotterbeck wollte auf Abseits spielen. Das wäre es auch gewesen, hätte nicht Süle im Rücken des Dortmunder die Abseitsstellung, nicht mitspielend, aufgehoben. Bei solchen Abwehrfehlern und Schwachpunkten in einem Team verstehe ich all diejenigen, die jetzt nach dem erfahrenen Mats Hummels mit hervorragendem Auge und erstklassigem Stellungsspiel rufen. Eine den Leistungen nach zu erwartende weitere Niederlage am Sonntag gegen Spanien heißt: Deutschland ist draußen!

Für Deutschland war die lange Nachspielzeit, erster Durchgang 4 Minuten, zweiter Durchgang 7 Minuten, eine Chance. Dennoch kommt mir in den Sinn, wenn nicht durch Verletzungen lange Spielunterbrechungen gegeben sind, wieso werden dann insgesamt 11 Minuten nachgespielt? Das verlängert doch die Spielzeit offiziell. Die Wechsel wurden auch zügig vorgenommen, allerdings sind es meiner Meinung nach zu viele, je Mannschaft fünf mögliche. Das muss nicht sein. Zu meiner Zeit gab es gar keine Wechselmöglichkeiten. Bedeutete: „Erst den Gegner dezimieren und dann gewinnen“! Wer verletzt wurde, hatte eben Pech. Liebe Regelexperten, die häufige Wechselei nervt und macht vieles für die Zuschauer kaputt. Drei Wechsel tun es doch auch.

Christian Zschiedrich

Gianni Infantino sollte schnellstens seinen Hut nehmen

Es reicht, was sich der FIFA-Präsident erlaubt. Er ist nicht bereitzuerklären, wer ihn über acht Monate lang sein Wohnen in Katar bezahlt, verbietet aber verantwortlich am Montagmittag, kurz vor Beginn der WM-Partie England gegen Iran acht Spielführern europäischer Mannschaften das Tragen von „One Love“-Armbinden bekanntlich gegen Rassismus, Antisemitismus und für Toleranz und Menschenrechte. Insofern blieb kaum Zeit, sich mit den weiteren sieben Nationen abzusprechen und zu einigen. Gespannt war man über das Vorgehen der Engländer, weil Kapitän Harry Kane von den Tottenham Hotspur vorher unmissverständlich erklärte, natürlich mit der Binde aufzulaufen.

Die korrupte Fifa drohte den Nationen, die sich nicht an die Verbote halten, mit „sportlichen Konsequenzen“, ohne anzudeuten und gar zu nennen, welche das sein werden. Der Konflikt wurde damit eindeutig auf dem Rücken der Sportler ausgetragen. Immerhin hatte Deutschland sofort angekündigt, eine Finanzstrafe oder eine Gelbe Karte für den Kapitän in Kauf zu nehmen. So war man gespannt, wie die Engländer wohl im Spiel gegen den Iran reagieren würden. Die Engländer knickten ein und gefährdeten Harry Kane nicht. Das wiederum wurde von einem Großteil der Interessenten als untypisch für England bezeichnet.

Man stelle sich vor, acht Nationen hätten gegen die Bedrohung der Spieler Rückgrat bewiesen und wären bei Sanktionen gegen einen Kapitän der Armbinde wegen geschlossen nicht aufgelaufen. Das hätte meiner Meinung nach Präsident Infantino nicht „überlebt“. Es fragt sich, ob die WM in Katar damit gestorben wäre? Reglementierungen hin oder her, die Welt hat sich mit Kriegsbeginn, mit den Angriffen der Russen gewaltig geändert. Das früher existiert nicht mehr. Denn in den sozialen Medien ist von einigen zu lesen, die WM sei ja Sport und keine politische Veranstaltung. Von wegen, Sport habe mit Politik nichts zu tun. Wie ungebildet kann man nur sein.

Entscheidend war also die Furcht und Angst vor der sportlichen Strafe. Oliver Bierhoff: „Man kann uns die Binde wegnehmen, aber nicht unsre Werte, die wir weiterhin vertreten“. Die FIFA hat die Diskussion über ihr erneut unverstandenes Handeln in die Schlagzeilen gebracht. So viel Aufmerksamkeit hätte es sonst nie einer Armbinde wegen gegeben. Die FIFA hat ihr wahres Gesicht gezeigt und uns wachgerüttelt.

Große Achtung habe ich vor DFB-Präsident Bernd Neuendorf. Bereits vor einer Woche hatte er verkündet, keine Unterstützung für die Wiederwahl von Infantino zu geben. Das ist kein Einknicken. Angebracht scheint mir jetzt, die Abberufung des FIFA-Präsidenten zu fordern. Und Hochachtung habe ich vor den Spielern des Iran. Ohne groß anzukündigen, haben sie bei der Hymne nicht eine Lippe bewegt. Das ist großartiger, geschlossener Protest ohne Angst vor persönlichen Repressalien, wenn sie nach den Spielen wieder zu Hause im Iran sein werden, wo die Regierung während der WM auf das eigene Volk schießt und mordet. Unsere Pflicht wird es sein, die Entwicklung nicht nur zu verfolgen.

Christian Zschiedrich